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News arrow Rezensionen arrow Rezi: Thondras Kinder – Teil 2

Rezension „Thondras Kinder – Am Ende der Zeit“

Sie sind die sieben Auserwählten, bestimmt die Welt zu retten.
Doch wird ihre Freundschaft daran zerbrechen?

Das fulminante Finale der zweiteiligen All-Age-Fantasy-Saga!

Autor: Aileen P. Roberts
Titel: Thondras Kinder – Am Ende der Zeit
Ausgabe: Broschiert
Umfang: 508 Seiten
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-47143-0

Klappentext

Die Sieben, die einst von dem Kriegsgott Thondra auserwählt wurden, um den Untergang der Welt zu verhindern, sind endlich vereint. Doch sie wurden von denen verraten, die sie für Freunde hielten. Im Kampf gegen die finsteren Mächte brauchen sie nun Verbündete, die zu ihnen stehen. Schließlich lauern überall Gefahren, die nicht nur die Freundschaft der Sieben bedrohen, sondern auch die Liebe zwischen Rijana und Ariac …

Meine Meinung

Mit „Thondras Kinder – Am Ende der Zeit“ dem zweiten Teil ihrer „Sieben“-Sage, beendet die deutsche Autorin Claudia Lössl (alias Aileen P. Roberts) ihrer Geschichte, um sieben Freunde deren Schicksal es ist die Welt vor dem Bösen zu bewahren.

Beim Cover ist sich die Autorin treu geblieben. Mit dem hellen Hintergrund, dem Abbild eines Berges und der verhüllten Gestalt, die auf diesem Band jetzt einen grünen - anstatt eines roten Umhangs trägt, wird eine gerade Linie gezogen und der Wiedererkennungswert des Buches ist entsprechend hoch. Ansprechend schlicht, ohne Schnörkel und ohne wuchtiges Design gefällt mir persönlich die Aufmachung des Buches sehr gut.

Auch im zweiten Teil findet sich am Anfang des Buches eine Landkarte und am Ende eine Zeitskala und ein Personenregister, was dem Werk einen runden Rahmen verleiht und interessierten Lesern die Möglichkeit bietet, in bildlicher Form die lange Reise der Hauptfiguren nachschauen zu Können.

Der Einstieg ins Buch ist schnell gefunden. Ohne Umschweife und Rückblenden schließt die Autorin direkt am Ende des ersten Teils mit ihrer Geschichte an. Ihre flüssige Schreibweise tut ein Übriges dazu, dass man sich schnell wieder in der Handlung einfindet und vom Inhalt fesseln lassen kann.

Man sollte jedoch den ersten Teil gelesen haben, um im zweiten Teil richtig mitzukommen. Zwar gibt die Autorin immer wieder kurze Hinweise auf den Inhalt des Vorgängers, doch fehlen einem viele Hintergrundinformationen, die das Verständnis des Textes ohne das Wissen von Band 1 sehr schwer gestaltet.

Während die Vielzahl an Figuren im ersten Teil erst noch vorgestellt werden mussten, hatte die Autorin im zweiten Teil der Sage nun die Möglichkeit die Charaktereigenschaften der Protagonisten weiter auszubauen und zu vertiefen. Die Autorin hat die Möglichkeit gut genutzt, denn obwohl wir hier gleich sieben Hauptcharakteren und ihren zahlreichen Freunden gegenüber stehen, ist es ihr gelungen jeder der Figuren Leben einzuhauchen und eine ganz eigene Persönlichkeit zu verleihen.

Während im ersten Teil hauptsächlich die Figuren Ariac und Raijana die Geschichte bestritten haben, erfahren wir nun auch etwas über die Gedanken, Wünsche und Schwächen der restlichen Sieben: Falkann, Rudrinn, Tovion, Broderick und Saliah. Facettenreich beschrieben, kann man sich schnell mit den einzelnen Charakteren identifizieren und gerade ihre Schwächen machen sie dabei besonders liebenswert.

Auch die Freunde, welche den Sieben wieder zur Seite stehen, entbehren nicht ihres Charmes. Seien es nun Beispielsweise die Familienmitglieder von Ariac oder die Zauberin Nelja. Ebenso die zahlreichen mythischen Völker, die Erwähnung finden Bsp. Zwerge, Elfen und Finstergnome, sind vielgestaltig und bezaubernd dargestellt.

Natürlich kommen die Gegenspieler im zweiten Teil ebenfalls nicht zu kurz. Bsp. Scurr und seine Schergen; aber auch Figuren, von denen man das auf den ersten Blick nicht erwartet hätte. Die Antipathie, die man schon bald gegen die einzelnen Bösewichte hegt, ist fast greifbar. Ultimativ böse, listig und hinterhältig treten die finsteren Gestalten in der Geschichte auf, aber auch von einer ungeheureren Machtgier besessen und dadurch Blind für das Richtige.

Die Geschichte behandelt weiterhin das alte Thema „Gut gegen Böse“ – doch ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick scheinen mag, macht es sich die Autorin natürlich nicht. Denn jeder der Sieben hat mit seinen eigenen inneren Dämonen zu kämpfen, muss seine Vorurteile ablegen und seinen eigenen Weg finden. Und auch die Tatsache, dass eigene Gefühle und Bedürfnisse bei der vor ihnen liegenden Aufgabe im Wege stehen können, ist eine harte Lektion.

Es ist es ist ein langer und schwerer Weg zur Einheit. Der Einheit, die nötig ist, um gegen das Böse bestehen zu können und nicht selten steht diese Einheit davor zu zerbrechen.
 
Der einfache und flüssige Schreibstil der Autorin ist natürlich auch hier wieder zu finden. Sie beschreibt ihre Szenerien auf der einen Seite spannend, bilderreich und sehr detailliert, vom Inhalt her aber leider oft vorhersehbar. Wirklich gefährliche Situationen gibt es kaum und die Szenen in der wirkliche Gefahr für die Sieben und ihre Freunde besteht, werden meist auf wundersame Weise entkräftet, da eine hilfreiche Hand immer sofort zur Verfügung steht. Das nimmt dem Buch etwas die Spannung und das Tempo, warum ich es an dieser Stelle vor allem in der Zielgruppe junge Jugendliche ansiedeln würde.

Auch das Ende erweckt diesen Anschein. Die eigentlich große gefährliche Schlacht mit dem Showdown um das Böse, wird (nicht zu Letzt durch die ganzen Paarbildungen gegen Ende) zu einem rosaroten Abschluss. Der Kampf selbst gegen das Böse ist natürlich keine Überraschung, sondern unvermeidbar. Die Autorin hat ein Ende geschrieben, das für die spannende Geschichte um Abenteuer, Kampf zwischen Gut und Böse, List und Intrigen viel zu sanft erscheint.

Es wäre zwar schweren Herzens gewesen, aber ich hatte mich im Grunde darauf eingestellt mindestens einen der Charaktere verabschieden zu müssen. Etwas weniger „Happy End“ wäre an dieser Stelle der Spannung zuträglicher gewesen, denn insgesamt gab es trotz einer wirklichen gut beschriebenen Weltuntergangsschlacht kaum Verluste.

Auch wenn ich die Wahl eines Zweiteilers anfangs erfrischend anders fand, komme ich nicht umhin mich zu fragen, ob die Ausweitung auf eine Trilogie (Teil 1: Wer sind die Sieben und ihre Schulzeit, Teil 2: das „Erwachsen“-werden und die persönlichen Dramen, Teil 3: Showdown mit dem Bösen.) nicht vielleicht ein besserer Weg gewesen wäre. Die Vielzahl an verflochtenen Handlungssträngen hätte dafür sicher genug Inhalt geboten.

Denn der eigentliche Kampf gegen das Böse wird durch die zahlreichen Erzählstränge (um die Protagonisten) im zweiten Teil in den Hintergrund gerückt und erst gegen Ende wieder „hervorgeholt“. Der Spagat, die Charaktere auf der einen Seite näher zu beleuchten und trotzdem auf der anderen Seite der eigentliche Kampf, ist nur bedingt gelungen. Beides kommt mehr oder weniger an einigen Stellen zu kurz.

Fazit

Thondras Kinder ist für mich persönlich eines der Highlights aus dem Fantasyjahr 2009. Nicht zu Letzt deswegen, weil die Autorin nicht versucht hat auf der aktuellen Vampir-Liebesgeschichtewelle mit zu schwimmen, die man in zahlreichen Büchern im Moment immer wieder findet. Sie hebt sich durch die Schaffung einer eigenen Welt und einer spannenden und einfallsreichen Geschichte ab. Auch im zweiten Teil behält sie den roten Faden in der Handlung bei und schafft bildreiches Kopfkino. Eine fantastische Fantasylektüre vor allem für junge Jugendliche.

Zu guter Letzt

Der Spaziergang der Autorin ins Fantasygenre ist gelungen. Bleibt zu hoffen, dass es eine ausgedehnte Reise wird :)

 
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