Interview mit Anna Michalak Frage 1: Was ist die eine Sache, die man unbedingt von Dir wissen sollte? Dass man mir immer aufschreiben muss, was man mir sagen möchte, da ich bedingt durch meine Hörschädigung nicht anders etwas von meinem Gegenüber erfahre.
Frage 2: Wie bist Du zum Schreiben gekommen? War es schon immer eine Leidenschaft von Dir? Angefangen habe ich eher aus Verzweiflung. Ich war damals auf einer Sonderschule für Hörgeschädigte und hatte keine Perspektiven und Angst vor der Zukunft. Nach dem Beginn meiner Schreiberei merkte ich, wie viel Spaß es mir machte und bin drangeblieben. Aber ich habe mir schon immer gerne Geschichten ausgedacht und ja, gerne geschrieben habe ich auch schon als Kind. Frage 3: Durch was lässt Du Dich zum Schreiben inspirieren? Hast Du eine Muse? Ich setz mich an den Laptop, öffne die Datei und lege los. Manchmal seh ich noch im Text weiter oben nach. Meine Träume lasse ich da manchmal einfließen. Ich versuche immer, ein Stück der Realität einzuflechten. Es ist keine reine Fantasy – zumindest ab dem zweiten Buch -, sondern auch etwas zum Nachdenken, das beziehe ich dann aus meinem Alltag. Frage 4: Zu welcher Tageszeit kommen Dir die besten Ideen zum Schreiben? Die besten Ideen für die Romane kommen mir nachmittags. Vormittags habe ich eher einen ernsteren Hang, schreibe da z.B. lieber Hausarbeiten oder lerne für die Uni. Frage 5: Hast Du schreibende Vorbilder? Wer ist Dein Lieblingsautor und warum? Seit neuestem, also noch nicht in meinen Romanen verwirklicht, habe ich C.S. Lewis als Vorbild. Seine gewaltfreie Fantasychronik über Narnia finde ich sehr schön. Ich habe mir vorgenommen, meinen 3. Roman auch gewaltfrei zu gestalten und mit einem Hinweis auf einen lebendigen Gott. Ansonsten nehme ich viele Eindrücke in mir auf, lese auch sehr viel, auch andere Genres. Frage 6: Wie siehst Du Dich selbst und Deine Arbeiten in der Zukunft? Ach, ich denke, auf dem Büchermarkt sind durch die wachsende Zahl der Neuerscheinungen nicht so viele Chancen für mich. Außerdem habe ich die ersten beiden Bücher bei einem Selbstverlag verlegt und habe daher nicht so viele Möglichkeiten für eine angemessene Lektorisierung und Werbung erhalten. Ich kann leider, bedingt durch meine Behinderung, nicht Lesungen halten, von daher sieht es werbestrategisch nicht ganz so gut aus. Ich werde mal sehen, ob ich das 3. Buch besser unterbringen könnte. Aber damit dauert es noch eine Weile. Frage 7: Was möchtest Du uns sonst noch mitteilen? Geschichten kann man auch schreiben, um jemanden eine Freude zu machen und weil es einem Spaß macht. Einfach so Geschichten für meine Freunde schreiben mache ich hin und wieder. Es sind dann Erlebnisse mit ihnen, aus denen ich eine Kurzgeschichte mache. Ich freue mich, dass ich schreiben kann. Es ist schon ein schönes Gefühl, sich in eine Fantasy-Welt oder in eine Erinnerung zu vertiefen. Außerdem hat das Schreiben einen erleichternden Nebeneffekt und hilft, den Alltag zu verarbeiten. Vielen Dank, dass Du Dir für uns Zeit genommen hast. Wir wünschen Dir alles Gute.
|